F.B.T.A. KONZEPT

1.1 F.B.T.A. ist ein modernes Traingskonzept

Ich habe anfangs gesagt, dass ein modernes Selbstverteidigungskozept offen sein muss um sich weiterzuentwickeln und möchte das gerne genauer erklären. Auf meiner langen Suche nach einem perfekten, realitätsnahen Selbstverteidigungssystem, dass einerseits effektiv ist und andererseits schnell und einfach zu erlernen ist, habe ich festgestellt, dass ein solches nicht wirklich existiert, zumindest nicht als eigenständiges System oder Kampfkunst.

Es gibt unzählige Kampfkünste und die meisten wurden zu Zwecken der militärischen Anwendung entwickelt. Viele dieser Kampfsysteme haben entweder ihren Ursprung in fernöstlichen Kampfkünsten oder sind zumindest in der Art wie bestimmte Techniken angewendet werden, sehr ähnlich. All das ist auch logisch, denn wenn es darum geht am menschlichen Körper z.B. Hebel an Gelenken anzusetzten, den Gegner mit Schlägen und Tritten zu verletzen, oder tödliche Stich- und Schnittwunden zuzufügen, kann man dies eben nur in einer begrenzten Vielfalt. Die Unterschiede liegen primär in der Art der Ausrüstung oder auch Rüstung des Gegners, in den Waffen die einem selbst zur Verfügung standen oder mit denen der Gegner ausgestattet war.

Viele Kampfkünste haben eine Jahrhunderte lange Tradition und viele der Techniken sind daher für Angriffe entwickelt worden die zu dieser Zeit aktuell waren. Nehmen wir einmal Philipinische Kampfkünste als beispiel, die unter anderem für ihre Stock- und Messerkampftechniken berüchtigt sind, aber zur Selbstverteidigung wird kaum ein normaler Zivilist oder auch professioneller Anwender ein Messer verwenden, zumindest unterrichte und befürworte ich es nicht! Mit anderen Worten, Techniken dieser Art sind fester Bestandteil dieser Kampfkünste, sie werden unterrichtet und von vielen praktiziert und gelernt und doch sind sie in der Regel in einer Verteidigungssituation auf der Strasse meist völlig nutzlos.

Am nähesten kommt hier wohl das Israelische KRAV MAGA, ein modernes, schnell zu erlernendes und leicht anzuwendendes Nahkampf-System, das ursprünglich für das Israelische Militär entwickelt wurde. Nun haben wir schon festgehalten, dass die meisten Kampfkünste viele Ähnlichkeiten haben und das ist auch mit dem Krav Maga nicht anders. Es wurden hier nicht wirklich noch nie gesehene Tehniken erfunden, sondern eher aus bekannten Techniken verschiedener Kampfstile, selektiv ein funktionales Curriculum zusammengestellt, das ein gutes Gesamtkonzept zur Selbstverteidigung darstellt. Das was hier wirklich für den Weltweit großen Siegeszug des Krav Maga sorgte, ist aber vielmehr die didaktische Methodik, wie z.B. die Verwendung von sogenannten Stress drills, die Jahrzehtelang erfolgreich im militärischen und Law Enforment Bereich angewendet werden, um die Anwendung der erlernten Techniken unter Stress zu simulieren. Ich bin persönlich ein großer Befürworter dieses Ansatzes, lange bevor ich Krav Maga kannte, habe ich solche Drills bei meiner Militärausbildung kennengelernt und weiß daher wie effektiv es ist, wenn man jemand in einer solchen Simulationsübung in eine realtitätsnahe Stresssituation versetzt. Das Gehirn muss so lernen unter dem Einfluss von Adrenalin, Angst und Schock die gelernte Technik wirklich abrufen zu können. Die wichtigste Erkenntnis hier ist allerdings, das je komplexer bestimmte Techniken sind, oder je mehr Techniken und Variationen man zur Auswahl hat, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit diese unter Stress erfolgreich ausfüren zu können. Weinger ist hier definitiv mehr, vor allem wenn man nicht Jahre zur Verfügung hat um all das zu erlernen.

Ist Krav Maga dann das ultimative SV-System für mich? Zugegeben man hat sich die Mühe gemacht und ein recht gutes Konzept zusammengstellt, das zum größten Teil auch funktioniert. Als erfahrener Kampkünstler muss ich eben sagen, es gibt für bestimmte Situationen aber auch bessere Lösungen, bzw. es gibt im Curriculum auch zahlreiche Techniken die nicht nur, nicht wirklich für jeden funktionieren, sondern zum Teil auch Lebensgefährlich sind! Ich nenne hier nur eine Messerabwehr als Beispiel, in der man die Waffenhand des Angreifers mit einem Kick abwehrt. Vieleicht funktioniert das sogar noch aus der Perspektive eines Soldaten der Springerstiefel trägt, versucht man das aber auf der Straße in Turnschuhen und bekommt einen Schnitt im Bereich der Arterie am Fußknöchel, ist so eine Schnittverletzung wahrscheinlich tödlich. Im ursprünglichen Text der die Grundlegenden Prinzipien des Krav Maga beschreibt, stehen viele Dinge die absolut Sinn machen und dieses Nahkampfssystem zu recht populär gemacht haben. So sollen Verteidigungen auf natürlichen menschlichen Instinkten und Verhaltensweisen aufbauen, statt unnatürliche komplexe Bewegungen zu lernen und dieselbe Verteidigung soll möglichst gegen verschiedene Angriffsformen funktionieren, anstatt eine vielzahl komplexer Tehniken zu verwenden. Jede Verteidigung soll zugleich auch ein Gegenangriff sein und hierzu muss ich erklären, dass hier die Idee ist, das wenn wir den Angreifer durch agressive Gegenwehr dazu zwingen sich ebenfalls wehren zu müssen, er seinen Angriff nicht fortsetzen kann, zumindest nicht in der selben Intensität wie wenn wir uns nur passiv wehren und nur versuchen auszuweichen oder zu blocken. Dieses Prinzip kann jeder erfahrene Kämpfer absolut bestätigen, zwar auch nicht unbedingt eine Krav Maga eigene Erfindung, aber eine sehr gute Umsetzung. Wie bereits verwähnt, soll das Training unbedingt auch die Stresserfahrung realer Angriffe beinhalten. Unter anderem steht auch in einer Passage, dass das System sich weiterentwickeln muss um sich neuen Gegebenheiten anzupassen und sich stets zu verbessern.

All das klingt natürlich recht gut und als lizenzierter Krav Maga Instruktor kann ich mich mit all dem hier identifizieren und das so unterschreiben. Allerdings sind wir heute sehr weit von dem entfernt, was ursprünglich vom Begründer angedacht war. Krav Maga ist heute eine weltweite Franchise, eine Marke die von verschiedensten Organisationen auf unterschiedlichste Art und Weise angeboten wird. Manche bieten Training an, das noch militärischen drills ähnelt, andere verkaufen es als Fitnessprogram zum abnehmen. Selbst die größten Israelischen Organisationen die das Krav Maga erfolgreich in der Welt verbreitet haben, scheinen heute primär ein Interesse am komerziellen Erfolg zu haben, so wundert es nicht, das Zumba und Krav Maga mancherorts vom selben Trainer angeboten werden. Man kann also sagen, nicht überall wo Krav Maga draufsteht, ist auch das selbe Krav Maga drin, aber das ist ja mit allem so und man muss eben selbst ausprobieren was einem am besten passt. Wir haben uns die Freiheit genommen einfach das beste aus dem Krav Maga zu verwenden und Dinge die wir für weniger sinnvoll halten oder für die wir bessere Lösungen kennen, einfach zu ändern. So ist unser Konzept auch stark von meiner Erfahrung aus Ninjutsu, rusischem Systema und dem Israelischen Kapap beeinflusst. Dies sind z.B. insbesondere zahlreiche Hebeltechniken die vorallem im professionellen Bereich ihre bevorzugte Anwendung finden. Krav Maga ist grobmotorisch und beruht auf Aggresivität und roher Gewalt, dies ist notwenidig wenn man um sein Leben kämpft, allerdings sind in vielen Situationen alternative Lösungen wie Hebel und Kontrolltechniken die bessere Lösung. Wir ergänzen daher unser Curriculum mit diesen Techniken in einem ganzheitlichen Konzept, dass sich hervorragend ergänzt und trotzdem leicht zu erlernen und anzuwenden ist.

Die Besonderheit unseres Trainingskonzepts liegt darin, dass wir Kurse anbieten, die sehr intensiv sind und es ermöglichen, dass Teilnehmer in kürzester Zeit verteidigungsfähig werden. Wir bieten einen 4 stündigen Selbstverteidgungskurs an, der Inhaltlich die häufigsten Gefahren und Angriffe abdeckt und entsprechende Lösungen vermittelt. In 4 Stunden werden Themen wie Schlag- und Trittangriffe, Blocken, Würgeangriffe, Haareziehen, Schwitzkasten, Befreiungen aus Umklammerungen und Haltegriffen, vermittlet. Für alle die dann das nötige Interesse mitbringen und Spaß and den trainings haben, bieten wir dann weitere Kurse zu Themen wie Verteidigung am Boden, Verteidigung gegen mehrere Angreifer und Angriffe mit Schlagstöcken, Baseballschlägern und Messern an. Ein Rundumpaket also, ohne die Teilnehmer dabei inhaltlich zu überfordern. In den vergangenen Jahren haben wir diesen Kursinhalt erfolgreich hunderten von Teilnehmern vermittelt und durchweg positives Feedback erhalten. Mittlerweile sind unsere Kurse auch überegional und sogar international bekannt geworden und wir sind dabei ein internationales Netzwerk an Standorten aufzubauen um möglichst vielen Menschen dieses Wissen zúgänglich zu machen.

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2019-07-07T21:23:44+00:00
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